Der Antrag ist gemacht, der Ring sitzt – und am nächsten Morgen steht die erste echte Frage im Raum: Wo fangen wir eigentlich an? Location, Kleid, Catering, Musik, Fotograf, und jeder rät einem etwas anderes. Nach vielen Hochzeiten am Chiemsee und Chiemgau weiß ich: Die meisten Stressmomente entstehen nicht weil irgendetwas schwierig wäre, sondern weil die Reihenfolge nicht stimmt.
Wie früh muss man anfangen?
Für Hochzeiten am Chiemsee gibt es keine feste Regel – plant in dem Tempo, das sich für euch richtig anfühlt. Wichtiger als der genaue Zeitpunkt ist die Reihenfolge: Wenn ihr die großen Dinge zuerst klärt, ergibt sich der Rest fast von selbst. Genau diese Reihenfolge zeigt der folgende Überblick.
Die goldene Regel: Erst das Datum und die Location festlegen, dann alles andere. Denn ohne festes Datum kann kein Dienstleister verbindlich zusagen.
Lisa und Hannes haben ihren Sommertermin im Eventstadl Seiseralm reserviert, sobald sie sich sicher waren – und so hat am Ende alles harmonisch zusammengepasst: kirchliche Trauung in Aschau, abends Party im Stadl mit Lichterketten. Wenn ihr die großen Bausteine in eurer Reihenfolge klärt, fügt sich der Rest ganz entspannt.
Die Reihenfolge – Schritt für Schritt
Ganz am Anfang
Das sind die Entscheidungen, die den Rahmen für alles Weitere setzen:
- Budget festlegen (grob reicht, Details kommen später)
- Gästeliste einmal durchgehen – die Zahl bestimmt alles andere
- Location besichtigen und reservieren
- Standesamt kontaktieren und Termin sichern
- Fotograf anfragen
- Trauungsform entscheiden: kirchlich, standesamtlich oder freie Trauung?
Wenn die Basis steht
- Catering / Hochzeitsmenü planen
- Brautkleid suchen und anpassen lassen (plant dafür genügend Vorlauf ein)
- Musik: DJ oder Band buchen
- Floristen anfragen
- Freien Redner buchen (wenn freie Trauung)
Die mittlere Phase
- Einladungen gestalten und versenden
- Trauzeugen offiziell fragen (falls noch nicht geschehen)
- Paarshooting mit dem Fotografen – lernt euch kennen, bevor der Tag da ist
- Tagesablauf grob strukturieren (Timeline-Generator nutzen)
- Unterkünfte für auswärtige Gäste recherchieren
Es wird konkret
- Detaillierten Zeitplan erstellen
- Menüauswahl finalisieren, Unverträglichkeiten erfragen
- Trauringe bestellen
- Beauty-Probesitzung (Hair & Make-up)
- Sitzplan vorbereiten
Der Endspurt
- Alle Dienstleister mit finalem Zeitplan briefen
- Gruppenfotos-Liste an Trauzeugen schicken (wie das funktioniert)
- Standesamt: notwendige Dokumente einreichen
- Schlechtwetter-Plan festlegen (Plan B für Hochzeit bei Regen)
Was kann ich delegieren?
Viel. Die Trauzeugen können Gäste koordinieren, Namensschilder beschriften, den Ablauf beobachten. Die Location kümmert sich oft ums Catering-Briefing. Euer Fotograf kennt den Zeitplan und hält ihn im Blick. Was ihr selbst entscheiden müsst: das Datum, die Gäste, das Budget, die Atmosphäre die ihr wollt. Den Rest kann ein gutes Team liefern.
Wann den Fotografen buchen?
Das ist eine der häufigsten Fragen, die ich bekomme – und meine ehrliche Antwort: wann immer es sich für euch richtig anfühlt, ganz ohne Druck. Schaut euch in Ruhe verschiedene Fotografen an und entscheidet aus dem Bauch heraus. Wichtiger als der Zeitpunkt ist, dass das Vertrauen zwischen euch stimmt – denn euer Fotograf ist bei einem der intimsten Momente eures Lebens dabei.
Mein Tipp: Macht vor der Buchung ein kurzes Kennenlerngespräch – per Video, Telefon oder persönlich. Der Fotograf ist beim intimsten Moment eures Lebens dabei. Das Vertrauen muss stimmen.