Die Frage nach Trinkgeld bei der Hochzeit ist vielen Paaren unangenehm – weil man nicht wirken möchte als würde man nach Regeln suchen. Dabei ist es einfach: Trinkgeld ist ein Zeichen der Wertschätzung für außergewöhnliche Arbeit, kein Muss und keine Pflicht.
Muss man Trinkgeld geben?
Nein. Es gibt keine Pflicht, Trinkgeld zu geben. Alle Dienstleister rechnen ihren Auftrag zum vereinbarten Preis ab. Trinkgeld ist ein zusätzliches Zeichen der Wertschätzung – und wenn es kommt, freut man sich darüber.
Wer bekommt üblicherweise Trinkgeld?
- Catering & Service: Das gesamte Serviceteam, oft als gemeinsamer Umschlag an die Teamleitung
- DJ oder Band: Wenn ihr die ganze Nacht getanzt habt und es toll war
- Freier Redner: Besonders wenn er außergewöhnlich persönlich und bewegend war
- Floristen, Hair & Make-up: Eher als Dankeschön-Umschlag oder kleine Aufmerksamkeit
- Fahrer, Shuttles: Klassisch wie im Restaurant, 10–15 %
Wie viel Trinkgeld ist angemessen?
Für das Serviceteam gilt: rund 10 % der Cateringrechnung gilt als angemessen und wird geteilt. Für den DJ oder die Band: etwa 50–150 € je nach Dauer und Qualität. Für den Redner: etwa 50–100 € wenn ihr sehr zufrieden wart. Das sind Richtwerte – am Ende entscheidet, was euch die Leistung wert war.
Wie übergibt man Trinkgeld am geschmackvollsten?
Am besten: Bargeld in einem schlichten Umschlag, am Ende des Abends. Persönlich übergeben, mit einem kurzen Dankeschön. Kein großes Aufsehen, kein öffentliches Überreichen. Bewährt hat sich, dass der Trauzeuge oder die Trauzeugin die Übergabe übernimmt, damit das Brautpaar mitten in der Feier nicht mit Umschlägen jonglieren muss. Bei der Feier von Ines und Johann am Alpenhof Westerbuchberg lief es genau so: Während die beiden noch auf der Tanzfläche standen, hat der Trauzeuge im Hintergrund in Ruhe die Umschläge verteilt – die meisten Gäste haben davon gar nichts mitbekommen.
Praktischer Tipp: Bereitet die Trinkgeld-Umschläge vor der Hochzeit vor – beschriftet, mit dem richtigen Betrag. Dann ist es am Tag selbst eins weniger zu denken.
Und der Fotograf?
Als Fotograf sage ich ehrlich: Trinkgeld ist nicht erwartet und nie Voraussetzung für die Qualität meiner Arbeit. Was mich wirklich bewegt, sind Nachrichten nach der Hochzeit – wenn ihr mir schreibt, was euch an den Bildern berührt hat. Über so eine Rückmeldung freue ich mich mehr als über jeden Umschlag.